ICW Rezertifizierungsseminar 2026
Modernes Wundmanagement zielt darauf ab, Infektionen zu vermeiden, die Heilung zu beschleunigen und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.
Der Wundverbund Gäuboden e.V. konnte in Kooperation mit dem Klinikum St. Elisabeth und der Bayerischen Pflegeakademie wieder die Rezertifizierung Wundexperte ICW anbieten.
Referent Tobias Beutlrock stellte die Leitlinie „Diagnostik und Therapie des Ulcus cruris venosum“ vor. Diagnostik, konservative Therapie, Prävention von Rezidiven und die richtige Hautpflege stellen die an der Behandlung beteiligten Wundexperten von chronischen Wunden vor viele Herausforderungen.
Die Teilnehmer/innen profitierten von Wissensvermittlung, interdisziplinärer Zusammenarbeit und fachlichem Austausch.
Die medizinisch adaptierte Kompressionstherapie (MAK) spielt eine immer größere Rolle bei der Versorgung von Patienten mit Lymphödemen oder Ulkus bei chronisch venöser Insuffizienz. Frau Nadine Herrmann von der Firma Medi gab im Workshop am 18.03.26 hierzu ein Update und wichtige Hinweise für die Verordnung der Systeme. Die richtige Verordnung ist besonders wichtig, um längere Bearbeitungszeiten und Ablehnungen durch die Krankenkassen zu vermeiden. Ebenso stellte sie ein neues Verfahren zur Aktivierung der Wundheilung bei chronisch stagnierenden Wunde vor - die Therapie mit Kaltplasma. Kaltplasma ist eine Alternative zu wundphasengerechten Verbandsmaterialen und wird seit kurzem auch im MVZ der Gefäßchirurgie im Klinikum Straubing angeboten. Frau Herrmann beantwortete viele Fragen der Teilnehmer-/innen und demonstrierte die Anwendung des Kaltplasmagerätes.
Workshop "Validation mit Fallbeispielen" 11.03.2026
Im Rahmen der Validation nach Naomi Feil soll der Umgang mit desorientierten, insbesondere älteren Menschen erleichtert werden. Ziel ist es, die Menschen in der Situation, in der sie sich befinden „abzuholen“ und der entsprechend wertschätzende Umgang. Hierzu werden je nach Situation in der sich der Mensch befindet, vier Phasen unterschieden, aus denen sich unterschiedliche Herangehensweisen für den Umgang mit den betroffenen Menschen ergeben.
Im Rahmen des Workshops stellte die Referentin Frau Mady-Diana Peschke nochmals die vier Phasen vor und die sich aus den Phasen ableitende Herangehensweise. Nun sollten die Teilnehmer an 4 Beispielen die aktuelle Situation, in der sich die Menschen befinden, zuordnen. Im Vordergrund stand für jeden Teilnehmer zunächst aus den Patientenbeispielen die „Key-Notes“, die bei der Zuordnung Indikatoren sind, herauszuarbeiten und die Patienten in die Phasen einzuordnen. Anschließend wurden die Ergebnisse in der Gruppe besprochen und die Phasen festgelegt.
Nun wurden die sich aus den möglichen Bedürfnissen ergebenden Ziele für die Kontaktaufnahme festgehalten und das Vorgehen zum Erreichen der Ziele besprochen. Hierbei merkten die Teilnehmer auch, wie schwierig es ist, für das in vielen Fällen automatische Vorgehen die zugrundeliegenden Ziele zu benennen.
Die Zeit verging leider wieder mal viel zu schnell. Am Ende konnten die Teilnehmer-/innen jedoch viele Anregungen für Ihren Pflegealltag mitnehmen und diese ggf. in die tägliche Arbeit integrieren. Wir danken der Referentin Mady-Diana Peschke für den interessanten Workshop. Die Reihe dieser Workshops wird am 22.07.26 fortgesetzt mit dem Thema: " Verbaler Umgang mit herausforderndem Verhalten".
Gemeinsam für bessere Wundversorgung in der Region
Bei der Jahreshauptversammlung des Wundverbund Gäuboden e.V. am 05.05.2026 wurde der bisherige Vorstand nach dem Kassenbericht von Dr. Jochen Giesler von den Mitgliedern entlastet. Mit der Entlastung bestätigen die Mitglieder die ordnungsgemäße Vereinsführung und sprachen dem Vorstand ihr Vertrauen für die geleistete Arbeit aus.
Der Verein engagiert sich gemeinsam mit dem Klinikum St. Elisabeth Straubing für die Verbesserung der Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden und organisiert regelmäßig Fortbildungen für Wundexpertinnen und Wundexperten in der Region. Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie die Integration moderner Standards in die tägliche Praxis trägt der Verein zu einer hochwertigen Patientenversorgung im Gäuboden bei.
Bildunterschrift: (v.l.:) Prof. Dr. Thomas Betz (stellvertretender Vorsitzender und Chefarzt Klinik für Gefäßchirurgie), Heidi Lachner (Schriftführerin), Dr. Jochen Giesler (Kassierer) und Dr. Christoph Weber (1. Vorsitzender).
Foto (honorarfrei): Sabine Muck
Workshop vom 20.05.2026 „Die Kunst des Berührens in der Pflege
Im Rahmen des Workshops wurde den Teilnehmer kurz die Historie, Grundlagen und Wirkweise von Holistic Pulsing erklärt. In der Regel dauert die Anwendung dieser Therapie ca. 1h inkl. einer Nachruhezeit. Die Behandlung findet am angezogenen Patienten statt und kann sowohl im Sitzen wie auch im Liegen erfolgen. Durch die Schwingung im Körper können kleinste Blockaden gelöst werden, die den Körper von der Selbstheilung abhalten. Aus der Erfahrung zeigt sich aber auch, dass schon kürzere Sequenzen der Behandlung einen nachhaltigen Effekt auf das Wohlbefinden des Patienten zeigen können. Genau hier setzt die Verknüpfung mit der Pflege an, die ggf. im Rahmen der „Morgenroutine“ mit kleinen und kurzen Impulsen beim Patienten die Heilung unterstützen bzw. die Lebensqualität verbessern können. Durch die Referentin Frau Giesler wurde dieses mit verschiedensten Beispielen unterlegt. Im Rahmen des Workshops wurde den Teilnehmer-/innen die Möglichkeit geboten, die Methodik kennen zu lernen. Dieses wurde rege genutzt. Schon durch die Kurzsequenzen konnten Veränderungen wahrgenommen werden.
Abschließend wurde über die verschiedensten Anwendungsmöglichkeiten und über eine entsprechende Qualifikation der Pflegekräfte gesprochen. Hierzu gibt es eine Komplettausbildung, die sich mit mehreren Wochenendterminen über ein Jahr erstreckt. Alternativ können Beschäftigte in der Pflege einen Kurzkurs absolvieren.
Verschiedenste Einsatzmöglichkeiten in der Pflege wurden rege diskutiert und man kam zu dem Ergebnis, dass Holistic Pulsing bei regelmäßiger Anwendung gute Erfolge erzielen kann.














